31,15%? Seriously?

Am 7. Mai fanden im Westerwaldkreis insgesamt vier Verbandsbürgermeisterwahlen und die Landratswahl statt. Bei letzterer wurde der amtierende Landrat Achim Schwickert als einziger Kandidat klar im Amt bestätigt, auch in den Verbandsgemeinden Höhr-Grenzhausen und Wallmerod gewannen die beiden jeweils alleine zur Wahl stehenden Kandidaten Becker (Höhr-Grenzhausen) und Lütkefedder (Wallmerod) mit großer Mehrheit. In der VG Montabaur gewann der CDU-Kandidat Ulrich Richter-Hopprich mit knapp 60 %, in Bad Marienberg dagegen entschied SPD-Mann Andreas Heidrich die Wahl mit ebenfalls 60 % für sich. „Wir gratulieren allen neu gewählten Amtsträgern herzlich und wünschen ihnen in ihrer neuen Aufgabe viel Erfolg und gutes Gelingen“, erklärt der Vorsitzende der Jusos Westerwald, Konstantin Wirth, dazu. Besonders habe man sich natürlich über den Sieg der SPD in Bad Marienberg gefreut, so Wirth. Doch nicht nur Andreas Heidrich, sondern auch dem unabhängig angetretenen Parteikollegen Harald Birr aus Montabaur sei Respekt zu zollen: „Klar hätten wir uns für ihn ein noch besseres Ergebnis gewünscht, aber 36 % sind in der VG Montabaur für einen Kandidaten jenseits der CDU schon ein großer Erfolg. Das wäre ohne den engagierten Wahlkampf, den er geführt hat, nicht möglich gewesen!“, betont Jonas Adler, stellvertretender Juso-Vorsitzender und Mitglied in Birrs Wahlkampfteam.

Die Jusos bedauern allerdings, dass bei allen fünf Wahlen die Wahlbeteiligung erschreckend niedrig geblieben war. „Zwar ist insbesondere bei einer Wahl mit nur einem Kandidaten der Ansporn geringer, ins Wahllokal zu gehen und seine Stimme abzugeben, aber Wahlbeteiligungen von 30-40 % sind nichtsdestotrotz enttäuschend“, so David Olberts, Wirths Co-Vorsitzender. Auf kommunaler Ebene würden so viele wichtige Entscheidungen getroffen, die unmittelbaren Einfluss auf das Leben der Bürgerinnen und Bürger hätten, dass es eigentlich fatal sei, darauf keinen Einfluss zu nehmen und etwa bei einer Bürgermeisterwahl nicht wählen zu gehen. „Es ist Aufgabe der Politiker, das deutlich herauszustellen und auch insbesondere durch mehr Wettbewerb die Wahlen interessanter zu machen. Dafür müssen alle Parteien eigene Kandidaten aufstellen und nicht den amtierenden Amtsträgern kampflos das Feld überlassen. Der Westerwald ist kein Ein-Parteien-Landkreis“, erklärt Olberts. Das sei in Montabaur und Bad Marienberg schon gut gelungen, bedürfe aber insgesamt noch viel mehr Einsatz. „Den wollen auch wir Jusos leisten“, versprachen Olberts, Wirth und Adler abschließend.